Ich bin kürzlich auf ein Interview mit Siddhartha Mukherjee gestoßen, dem indisch-amerikanischen Arzt, Onkologen und Autor von The Emperor of All Maladies: A Biography of Cancer. Ich möchte seine Gedanken gerne mit Ihnen teilen.
Seine Ideen zeigen, wie die medizinische Forschung ihr analytisches Paradigma verändern könnte und wie dieser Wandel einen Weg zu einer besseren Versorgung von Menschen eröffnen könnte – insbesondere für diejenigen, die an Krankheiten wie AS leiden, die derzeit als unheilbar gelten.
Laut Dr. Mukherjee lässt sich die heutige medizinische Behandlung auf sechs Worte reduzieren: Krankheit haben, Tablette nehmen, etwas abtöten. Dieser Ansatz geht auf den außergewöhnlichen Erfolg von Behandlungen nach der Entdeckung der Antibiotika zurück. Er funktionierte so gut, dass er zum Grundansatz der Behandlung von Krankheiten wurde – nicht nur bei durch Bakterien und Viren verursachten Erkrankungen, sondern auch bei nicht übertragbaren Krankheiten. Tatsächlich basiert auch die Behandlung von AS mit Biologika auf dieser Idee. Diese Medikamente sollen verhindern, dass das Immunsystem fälschlicherweise den eigenen Körper angreift, indem sie die Aktivität eines natürlich im Körper vorkommenden Proteins (TNF-alpha) blockieren, das als zentraler Botenstoff die schädigenden Entzündungsprozesse in vielen – aber offenbar nicht in allen – Fällen von AS antreibt. Um Dr. Mukherjee zu paraphrasieren: AS haben, Injektion oder Infusion bekommen, TNF-alpha blockieren.
Dr. Mukherjee ist der Ansicht, dass dieses Modell Krankheit – Ziel – Abtöten weiterhin eine wesentliche Rolle spielt, dass es jedoch viele andere Bereiche gibt, die weniger erforscht werden, aber genauso wichtig sind. Was ist mit der Umgebung, in der der erkrankte Organismus lebt? Was ist mit dem unmittelbaren zellulären Umfeld im erkrankten Bereich? Welche Verbindungen zwischen Zellen erhalten normale physiologische Wechselwirkungen im Leben – und wie und warum verändern sie sich bei Krankheit?
Sind das nicht genau die Fragen, die hinter vielen unserer Gedanken stehen, wenn wir in einem Facebook-Diskussionsforum oder in einem Blog Ideen darüber austauschen, was uns krank macht oder die Schmerzen fernhält?
Wenn wir diese Fragen beantworten könnten, könnten wir zeigen, wie Dinge wie Luftverschmutzung oder Stress oder Unzufriedenheit die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, an Arthritis zu erkranken. Das würde zu regenerativer Medizin führen, z. B. zum Wiederaufbau von Knorpel bei Osteoarthritis statt zum Ersatz von Gelenken; und zu Ernährungsmedizin, z. B. zur Klärung, ob bestimmte Lebensmittel Arthritis auslösen oder davor schützen können; und – am besten – zu Präventivmedizin, um zu verhindern, dass eine Krankheit überhaupt ausbricht.
Mir scheint, dass Dr. Mukherjee einen Weg aufzeigt, wie die medizinische Forschung bekannte Krankheiten aus einer neuen Perspektive betrachten kann. Ich finde das wirklich spannend und kann seinen TED Talk empfehlen, in dem er tatsächlich das Beispiel des Knorpelaufbaus zur Bekämpfung von Arthritis genutzt hat, um zu zeigen, wie dies angewendet wird.
Und übrigens: Mein TEDx Talk ist ebenfalls online. Bitte schauen Sie ihn sich an und leiten Sie ihn an alle weiter, die daran interessiert sein könnten.
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche – und melden Sie sich gern, wenn Sie möchten.


Schreibe einen Kommentar